Keine Macht dem Zucker, oder auch keine Macht den Drogen. Klingt reißerisch oder? Es geht also mal wieder, wie so oft um unseren liebsten weißen (oder auch braunen) Feind, der aber dennoch von so vielen Menschen der beste Freund ist.

Zucker und Drogen – Ist der Vergleich wirklich so weit hergeholt?

Eine Frau ist puren Zucker in Form von ZuckerwatteNunja, es lässt sich eigentlich relativ leicht und kurz sagen. Nein. Denn was passiert denn mit dem Körper, wenn ihr Zucker zu euch nehmt? Was ist Zucker überhaupt? Der normale weiße Kristallzucker, welchen wir im Laden zu kaufen bekommen, besteht aus Fruktose und Glukose. Mehr nicht. Aber das reicht ja auch schon oder? Was genau macht der Körper denn nun? Er schüttet Wohlfühlhormone aus. Dopamin. Der Körper wird also für etwas sehr ungesundes belohnt und spürt somit Verlangen auf mehr. Man kann sogar sagen, dass Zucker das Belohnungssystem des Gehirns regelrecht überfällt. Die Belohnungspfade im Gehirn verfestigen sich und schon ist man quasi “gefangen”.

Es gibt sogar Studien die nachgewiesen haben, dass das Gehirn von übergewichtigen Kindern anders auf Zucker reagiert, als es das Gehirn von normalen Kindern tut. Der Lebensweg dieser Kinder ist leider sehr oft so geprägt, dass sie ihm nicht mehr ohne Weiteres entkommen können. Das ist schon erschreckend oder? Also sollte man hier schon sehr früh drauf achten, alles richtig zu machen.

Zucker und Kokain – ein Vergleich

Ein Bild voller Donuts mit Zucker überzogenKokain bietet sich hierbei super an, um einen Vergleich zu ziehen. Die Zuckermoleküle binden sich an die Dopaminrezeptoren. Man kann also sagen, dass er genauso Belohnungsmechanismen anregt, wie es etwa Kokain tut. Doch nicht genug damit. Es gibt sogar eine Studie, die an Ratten gestestet wurde (ich bin absolut GEGEN Tierversuche! Finde aber das Ergebnis erwähnenswert) bei der herausgekommen ist, dass die Dopaminrezeptoren sogar abgebaut worden sind. Was bedeutet das denn im Endeffekt? Je weniger Rezeptoren, desto mehr “Stoff” wird benötigt, um den Bedarf bzw. das Verlangen zu erfüllen. Heißt, man braucht immer mehr, was man dann als Sucht bezeichnet. Ihr seht also, so weit hergeholt ist der direkte Vergleich gar nicht.

Hierzu kann ich euch die Dokumentation Fed Up empfehlen, für Jeden, der Englisch spricht. Guckt euch das gern mal an. Ihr findet Sie HIER.

Zucker im Alltag – Wie wir ihn kennen

Also im Alltag kommt er ja immer wieder vor. Jeder hat wohl normalen weißen Kristallzucker Zuhause, ob nun zum süßen, backen oder sonstigen Dingen. Auch den braunen Zucker, Kandiszucker und all die offensichtlichen Variatonen dürften durchaus mehr als bekannt sein. Ich denke, dass ebenfalls den meisten Menschen bekannt ist, dass auch Kohlenhydrate sehr oft zuckerhaltig sind. Klassisch hierfür wäre zb. Brot zu nennen. Aber auch Obst ist hier weit vorn, aber das ist nochmal etwas Anderes. Gibt es denn auch Lebensmittel, bei denen es vielleicht nicht ganz so offensichtlich ist?

Versteckter Zucker im Alltag – ein paar Beispiele

      • Bubble Tea – Schmeckt vielen Menschen lecker, der zugesetzte Sirup ist allerdings reiner Zucker. Die Bubbles an sich haben natürlich auch einen Teil dazu beizutragen. Ergebnis: ca. 400kcl auf 0,2l
      • Apfelsaft – zwar schon erwähnt, aber trotzdem erwähnenswert. Ein Liter Apfelsaft enthält 120g! Umgerechnet sind das fast 40 Zuckerwürfel. Man muss natürlich sagen, dass es fruchteigen ist. Ein Tipp hierzu: Lieber Apfelsaftschorle, denn da ist die Konzentration deutlich geringer. Außerdem: Naturtrüber Apfelsaft enthält in etwa 5 mal so viel gesundheitsfördernde Stoffe wie die klare Variante.
      • Dosenfrüchte – Eigentlich schon eher offensichtlich, da meißt gezuckert. Bei einer 450g Dose oft bis zu 20 Würfelzucker. Das ist schon eine Hausnummer die absolut nicht zu vernachlässigen ist.
      • Cornflakes – Ja auch diese sind Übeltäter. In der herkömmlichen Variante beinhalten sie auf 100g knapp 12 Würfelzucker, was 37g ausmacht. Aber auch hier gibt es natürlich zuckerarme Alternativen.
      • Gummibärchen – Ja auch hier denkt man zwar an Zucker, aber auch an 50%? Heißt 100g enthalten knapp 50g, umgerechnet ca. 17 Würfelzucker. Das klingt dann doch schon sehr eindeutig.
      • Sekt – Zwar keine große Falle, aber wusstet ihr, dass überhaupt was enthalten ist? Knapp 5g auf 100ml. Umgerechnet also 2 Zuckerwürfel. Nicht viel, aber in entsprechenden Mengen spielt es dann doch schnell wieder eine Rolle.
      • Ketchup – Absolut überall kommt er vor und jeder weiß, dass er eigentlich nicht gesund ist. Aber was heißt das eigentlich? In einem halben Liter sind schnell mal bis zu 130g! Zur besseren Vorstellung, das macht knapp 43 Würfelzucker! Da ist man mit einer schnellen selbst gemachten Sauce doch viel besser dran. Sie schmeckt besser, ist variierbar und zu guter letzt viel gesünder.
      • Eistee – Auch hier eine kleine Zuckerfalle, denn pro Glas verstecken sich hier schnell mal 2-3 Würfel des weißen Golds.
      • Rotkohl – Bekommt jetzt keinen Schreck! Rotkohl an sich ist natürlich super gesunde. Allerdings nur dann, wenn ihr ihn frisch macht. Der allseits beliebte Rotkohl aus dem Glas hat ganz schnell mal 70-80g auf 700g. Das macht mal eben 25 Würfelzucker, pro großem Glas. Und wie schnell hat man sowas dann aufgegessen?

    Verschiedene Softgetränke aus purem Zucker

    • Bananen – Ein super gesundes Lebensmittel, enthält es doch viel Kalium, Magnesium und Vitamin B6. Es sollte trotzdem mit Vorsicht genossen werden, denn es enthält eben auch pro Banane bis zu 21g Zucker.
  • Cola – der wohl absolute Klassiker. Warum ich ihn hier aufführe? Jeder weiß wohl, dass Cola viel Zucker enthält. Aber wusstet ihr auch wie viel? Ein normales Glas Cola beinhaltet bis zu zehn Zuckerwürfel! Das ist dann doch viel mehr als man denken würde.
  • Trockenfrüchte – Ja, auch diese sind sehr heimtückisch. Denn beim trocknen verlieren die Früchte nämlich eine Menge Vitamine. Ballaststoffe und Kohlenhydrate bleiben aber enthalten. So kann es schnell mal sein, dass Trockenobst aus bis zu 70% Fruchtzucker besteht. Definitiv also erwähnenswert.
  • Salatdressing – Ja auch hier herrscht äußerste Vorsicht. In einer kleinen Packung Dressing können mal eben bis zu 16g Zucker sein. Wusstet ihr, dass bei McDonals die Salate mit die meisten Kalorien haben? Warum? Genau … des Dressings wegen. Also achtet besser auch bewusst darauf.

Puh – Was passiert durch Zucker denn sonst noch so?

Ja es gibt natürlich noch mehr “Nebenwirkungen”, die durch Zucker entstehen. Der Konsum von Zucker fördert bspw. die Produktion von Insulin im Körper. Das ist nicht nur für den Blutzuckerspiegel wichtig, sondern stellt gleichzeitig auch ein Wachstumshormon dar. Krebszellen bspw. werden durch einen hohen Zuckerkonsum somit auch “beim Wachsen zumindest begünstigt”. Durch das erhöhte Insulin kann es mit der Zeit auch zu einer Insulinresistenz kommen, was dann ebenfalls dazu führt, dass Ghrelin (Hungerhormon) und Leptin (Sättingungshormon) ebenfalls nicht mehr korrekt reguliert werden können, wodurch wir immer wieder schneller und mehr Hunger haben. Wir können dies nach und nach immer weniger selbst regulieren. Außerdem wird auch immer mehr Cortisol (Stresshormon) ausgeschüttet, was wiederum einen schlechten Effekt auf das Gewicht hat. Im Endeffekt kann all dies leicht zu Übergewicht, erhöhtem Blutdruck und Cholesterinwerten und ebenfalls auch zu Diabetes führen.

Auch auf den Darm hat Zucker entsprechenden Einfluss, denn es bringt die Darmflora ins Ungleichgewicht. Somit werden die Immunfunktionen geschwächt und der Alterungsprozess beschleunigt, was wiederum eine Verschlechterung des Hautbildes und der allgemeinen Grundstimmung zur Folge hat.

Zu guter letzte beeinträchtigt Zucker auch das Gehirn in gefährlicher Art und Weise. Immer mehr Studien greifen die Degeneration des Gehirns durch Zucker auf. Angefangen bei leichten Merkproblemen kann es auch in starken Krankheiten wie etwa Alzheimer enden.

Kann ich Zucker denn einfach weglassen?

Das kann man und man sollte es auch soweit wie irgend möglich. Allerdings stellt es sich nicht als so einfach dar. Ich kann sagen, dass ich, als ich mal damit angefangen hatte, mich 3-4 Tage wie totkrank gefühlt habe. Als hätte ich eine starke Grippe. Starke Kopfschmerzen und allgemein extremes Unwohlsein. Das ist das gleiche wie ein kalter Drogenentzug! Aber danach lässt es nach und ich sag euch, es lohnt sich. Versucht einfach auf Lebensmittel mit extern zugesetztem industriell verarbeiteten Zucker komplett zu verzichten und nehmt lieber natürlichen Zucker zu euch.

Ich kann euch diese beiden Bücher empfehlen. Diese habe ich zum Thema damals gelesen und sie haben mir wirklich die Augen geöffnet:

Seht euch gern auch meinen Artikel über Zitronenwasser an. Diesen findet ihr: HIER

Habt Spaß! Bleibt gesund!

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mario

Mario Kausche

Über mich wird hier im Blog ja schon genug geschrieben :) Kontaktiert mich doch bei Fragen einfach gern.

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